Für Religionsfreiheit, gegen Ausgrenzung und Diskriminierung

30. Jänner 2017

Muslimische Jugend Österreich ruft Regierung auf, alle Frauen in Österreich gleich zu behandeln

Wien (OTS) - Für Aufregung und Enttäuschung in der muslimischen Bevölkerung sorgt die Ankündigung der Regierung ein Kopftuchverbot in Bereichen des staatlichen Dienstes einführen zu wollen. Dass die gesetzliche Diskriminierung muslimischer Frauen nur wenige Tage nach Trumps #MuslimBan ins Koalitionsprogramm aufgenommen wird, zeigt leider, dass die „politische Mitte“ unseres Landes immer weiter nach rechts abdriftet.

„Es ist unpackbar, dass selbst im 21. Jahrhundert nach wie vor männliche Politiker Frauen Bekleidungsvorschriften machen. Österreich hat damit die bisher gute Praxis des respektvollen Umgangs mit der muslimischen BürgerInnen anscheinend endgültig aufgegeben. Die Regierung reiht unser Land in die Reihe der Länder ein, die Frauen per Verbote oder Gebote zum Anziehen oder Ausziehen zwingen,“ so Vorsitzende Canan Yasar. 
Die MJÖ spricht sich deshalb klar für das Selbstbestimmungsrecht von Frauen und gegen das geplante Kopftuchverbot für Richterinnen, Staatsanwältinnen und die Exekutive aus – und unterstützt damit auch die Forderung der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich.

„Wir befürchten, dass ein solches Verbot gerade für junge Menschen eine Identifikation mit Österreich erschweren und Integration behindern würde. Wir warnen vor den fatalen Folgen dieser Symbolpolitik.“, so die Bundesvorsitzende Nermina Mumic.

„Für viele junge Muslime heißt dieses Verbot: Ihr gehört nicht dazu! Ihr seid kein vollwertiger Teil unseres Landes. Das darf nicht die Botschaft einer Regierung an ihre Bevölkerung sein. Wir werden uns unermüdlich für ein Österreich einsetzen, dass all seine BürgerInnen gleich behandelt – unabhängig von Religion, Geschlecht, Hautfarbe oder Lebensweise.“, so die Bundesvorsitzende abschließend. 
Wie Beispiele aus Kanada oder Großbritannien zeigen, ist es sehr wohl möglich religiöse Bekleidung wie ein Kopftuch oder eine Kippa zu tragen und diese Ämter auszuüben. Dies zeigt, dass das Tragen eines Kopftuchs in keinem Widerspruch zur staatlichen Neutralität ist.

Deshalb spricht sich die Muslimische Jugend Österreich entschieden gegen das Verbot des Kopftuches aus: Was eine Frau auf ihrem Körper trägt oder nicht, ist alleine ihre persönliche Entscheidung und individuelle Freiheit.

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Muslimische Jugend Österreich 
Canan Yaşar, Bundesvorsitzende 
Mobil: 0677 61608346, Email: presse@mjoe.at

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